Hörmedien für
Sehbehinderte
und Blinde

Tipps zum besseren Sprechen

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Einfach gut Lesen - das wollen wohl die meisten Ehrenamtler in unserem Verein, die als Sprecherinnen und Sprecher Hörzeitungen gestalten. Entsprechend groß war bei der Redaktionenkonferenz die Nachfrage nach dem Workshop von Florian Eib. Der bringt Fachkenntnis mit und weiß, worauf es bei uns ankommt. Susanne Kleingärtner (Hörzeitung Uelzen) hat das Wichtigste aus seinem Workshop notiert. Ihre Notizen und Ergänzungen des Referenten ergeben die folgende Sammlung von Tipps.

Mental vorbereiten

Stimme und Stimmung gehören zusammen! Fühle ich mich im Moment in der Lage, in Ruhe aufzulesen? Oder sollte ich es lieber zeitlich verschieben? Interessenkonflikt: Sollte ich etwas lesen, das absolut nicht zu meinen Interessen gehört? Der Hörer nimmt wahr, wenn mir ein Thema nicht geläufig ist. Dann bin ich nicht authentisch, sondern lese den Text einfach irgendwie runter.

Körper vorbereiten

Im Stehen oder im Sitzen sprechen: Wie fühlen Sie sich besser? Wichtig: Der Ausgleich von Spannung und Entspannung. Bauch spannen, Brust- und Schulter entspannen. Gesicht lockern, Spannungen auskneten, wohlig „mmmh“ anstimmen oder summen, prusten, gähnen, Grimassen schneiden. Den Körper strecken und loslassen. Auf¬recht sitzen auf der Stuhlkante mit locker gespreizten Beinen. Nur lauwarmes Wasser, keine Milch, keinen Kaffee oder Fruchtsaft, keine Kohlensäure. Hunger oder Völlegefühl vermeiden. Präsenz herstellen: „Das Licht im Kopf anmachen.“

Text vorbereiten

Den Text erst leise für sich lesen, dann laut. Erst so bemerkt man Druckfehler und andere Schwierigkeiten. Habe ich den Inhalt wirklich verstanden? Gibt es Endlossätze und ähnliche Komplikationen, die ich beim Auflesen vermeiden kann? Sinneinheiten markieren, Fehler korrigieren, Wichtiges evtl. durch Unterstreichen hervorheben. Der Text soll nicht verändert werden, aber was tun mit „unaus¬sprech¬lichen“ Eigennamen? Weglassen? Oder in Google oder youTube reinhören? Wir üben nicht das Wort, sondern immer den ganzen Satz.

Und dann lesen...

Auf Tempo, Akzente und Rhythmus achten. Pausen und Luftholen geben den Hörenden Struktur und Zeit zum Verarbeiten. Tempo-Stress ist unnötig: Dank Daisy können die Hörer uns schneller oder langsamer regeln. Das sollen nur ein paar kleine Tipps sein, wie wir uns selbst das Lesen und unseren Hörern das Hören erleichtern und verschönern können. Natürlich wird man nicht immer alles berücksichtigen. Ich habe aber viel gelernt und werde mit diesen Tipps sicherlich ab und zu dem „Schlen¬drian“ Einhalt gebieten.

  • Wir Norddeutschen sprechen die Endung -ig immer als -ich aus, das ist richtig, lustig, wichtig und stimmig :-)
  • Stellt euch beim Lesen vor, für EINEN bestimmten Hörer zu sprechen. Das kommt ganz anders an, als wenn wir für eine unbestimmte Masse lesen.

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