Hörmedien für
Sehbehinderte
und Blinde

DAISY - Der digitale Hörzeitungsstandard

Was ist DAISY, wie können Hörer und Gestalter die digitale Hörmedientechnik nutzen?

Was ist Daisy?

Digital Access Information System ist ein international vereinbarter Standard, mit dem Hörmedien für Blinde komfortabel gestaltet werden können. Als Hörer hat man unmittelbaren Zugang zu einzelnen Informationen und findet sich auch in umfangreichen Hörbüchern zurecht.

Wie hört man Daisy-CDs?

Für Hörzeitungen reicht ein CD-Spieler, wenn er MP3-Dateien abspielen kann. Solche Geräte gibt es preiswert überall im Handel der Unterhaltungselektronik. Die besonderen Vorteile des Daisy-Systems können nur spezielle Daisy-Geräte bieten, die es im Fachhandel für Blindenhilfsmittel gibt.

Solche Daisy-Player

  • ... sind speziell für die Bedürfnisse Blinder entwickelt und deshalb einfach zu bedienen,
  • ... sagen automatisch an, welche Taste bedient wurde und was sie bewirkt,
  • ... ermöglichen die schnelle Suche nach einzelnen Kapiteln, Abschnitten, Seitenzahlen in Hörmedien,
  • ... speichern sich Lesezeichen, die man als Hörer an jeder beliebigen Stelle eines Buches eingibt,
  • ... merken sich die Stelle, an der eine CD ausgeschaltet wird - und starten später wieder dort.

Es gibt auch Daisy-Spieler, die keine CD mehr benutzen. Wenn man Hörzeitungen per Internet herunterlädt (was die atz anbietet), kann man diese kleinen mobilen Geräte vom Computer aus "laden".

Daisy-CDs müssen nicht mehr an uns zurück geschickt werden.

Warum kam Daisy?

Die internationale Medienindustrie ist auf digitale Technik festgelegt und wird bald keine Cassetten mehr herstellen. Kopieranlagen für Cassetten und Cassettenrecorder zum Hören wurden knapp. Der digitale Standard bietet zugleich viele Vorteile für die Produktion von Blindenmedien und auch für deren Benutzung. Lange Zeit mussten alle Hörmedien in zwei Versionen (Cassette und CD) produziert werden. Das war aufwändig und teuer.

Wer bezahlt Daisy-Spieler?

Dass Daisy-Player (etwa 300 €) als Blinden-Hilfsmittel anerkannt werden müssen, hatte als erstes das Sozialgericht Fulda festgestellt. Im Urteil vom 15.05. 2008 – Aktenzeichen S 4 KR 572/ 06 – finden sich alle Argumente, andere Gerichte sind gefolgt. Zwar binden die Urteile die Krankenkassen bislang nicht, aber viele sind mittlerweile zur (Mit-)Finanzierung bereit. Damit steht aber auch fest: Wer einen Computer benutzt, muss freie Daisy-Software nutzen und hat keinen Anspruch auf einen Daisy-Player. Daisy-Geräte kann man im Handel für Blinden-Hilfsmittel kaufen, aber auch mieten.

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