atz-logo

Hörmedien
für Sehbehinderte
und Blinde

Wir stellen uns vor

Wählen Sie, was Sie über uns wissen wollen:

Eine Ära endet 2008

Im April 2008 erlebte die atz einen Einschnitt in Ihrer Geschichte: Nach 32 Jahren kandidierte der Gründungsvorsitzende Hans-Dieter Seiler nicht wieder für ein Vorstandsamt. Er wurde mit dem Titel eines Ehrenvorsitzenden ausgezeichnet. Die Geschichte der atz ist auch die Geschichte seines Lebenswerks.

Die Anfänge 1972

Im Jahr 1972 gründete der Holzmindener Blindenvereins-Vorsitzende Hans-Dieter Seiler eine akustische Lokalzeitung. Jetzt mussten ihm nicht mehr seine Familienangehörigen aus der Zeitung vorlesen. Das machten für ihn und ein Dutzend anderer Blinder jetzt die  Mitglieder einer evangelischen Jugendgruppe. Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Holzminden übernahm zunächst die Trägerschaft.

400 Ehrenamtliche

Binnen weniger Jahre erstreckte sich unsere Arbeit über den Raum Holzminden hinaus; der Kirchenkreis beschränkt sein Engagement seitdem auf die lokale Hörzeitung im Raum Holzminden. Die atz machte sich 1976 als Verein selbstständig.

Heute ist aus den kleinen Anfängen eine Organisation geworden, für die etwa 400 Menschen ehrenamtlich arbeiten - als Redakteure, Sprecherinnen, Tontechniker. Die meisten von ihnen sind Laien. Die atz bietet ihnen in Kursen und Konferenzen Gelegenheit, ihr "Handwerk" zu erlernen. In den Redaktionen arbeiten Schülerinnen und Pensionäre, Hausfrauen und Angestellte mit und geben jeder Höreitung eine eigene Gestalt. Anregungen aus dem Hörerkreis sind gefragt und werden gerne beachtet.

Von der Zeitung zum Hörmagazin

Grundlage für die Gestaltung der örtlichen Blindenzeitung ist der Lokalteil der Tagespresse. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am jeweiligen Erscheinungsort wohnen, suchen aus der Zeitung jede Woche die wichtigsten Artikel aus, stellen sie zu einem ansprechenden Programm zusammen und lesen sie auf.

Auch die überregionalen Zeitschriften entstehen auf diese Weise: Gedruckte Texte aus verschiedenen Quellen werden - mit Genehmigung der Verlage - ausgewählt und für Blinde auf Tonträger gelesen.

Grundlagen der Vereinsarbeit

atz Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde e.V. ist eine Einrichtung der Blindenselbsthilfe. Vereinsziel: Die Blindeninformation mit akustischen Medien. Dieses Ziel verfolgt sie unabhängig von Parteiprogrammen und Konfessionen. Sie als gemeinnütziger Verein anerkannt und Mitglied im Deutschen Blinden- und Sebehindertenverband, im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und in der Mediengemeinschaft für Blinde und Sehbehinderte (Medibus).

Vorstand und Mitgliedschaft

Im Vorstand der atz arbeiten überwiegend Blinde als ehrenamtliche Verantwortliche. Vorsitzender ist Dr. Detlef Friedebold (Berlin), sein Stellvertreter Jörg Tomzig, Mönchengladbach. Beide vertreten die Aktion rechtlich. Beisitzer sind Dr. Frohmut Friedebold (Berlin) und Lilo Mink (Kassel). Peter Haeger, seit Beginn der atz-Arbeit im Vorstand, verstarb am 9.12.2008. Per Nachwahl wurde im Frühjahr 2009 Rita Schroll, Marburg, weiteres Vorstandsmitglied.

Um Hörer/in zu werden, muss man nicht Mitglied der Aktion sein. Fördernde Mitglieder zahlen einen Beitrag von mindestens EUR 30 im Jahr und bekommen dafür genauere Informationen über die Vereinsarbeit; sie haben aber kein Stimmrecht. Als ordentliches Mitglied wird aufgenommen, wer einen besonders engen Bezug zu unserer Arbeit hat, etwa durch praktische Mitarbeit.

Die Redaktionenkonferenz

Die Redaktionsgruppen aus freiwilligen (ehrenamtlichen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterladen wir alle zwei Jahre zu einem Seminar- und Erfahrungsaustausch-Wochenende ein. Dabei wählen sie sich auch einen Sprecher bzw. eine Sprecherin, die an den Vorstandssitzungen teilnehmen und so die Interessen der Redaktionen vertreten. Der derzeitige Redaktionensprecher ist Guido Geisen, seine Stellvertreterin Lilo Mink.

Die Pressezentrale

Alle von den verschiedenen Redaktionen produzierten Hörzeitungen werden in der Holzmindener Pressezentrale der atz vervielfältigt. Jede Woche verlassen mehrere Tausend CDs unser Kopierstudio. Von hier aus erfolgt auch der Versand. Zwei leistungsfähige Kopiertürme mit bis zu 15 CD-Brennern und ein moderner Roboter zum Kopieren und Bedrucken von CDs, selbst entwickelte Computerprogramme für die Gesatltung oder Kopiervorbereitung von Daisy-Medien sowie zur Versandvorbereitung sowie das nötige Personal gewährleisten eine schnelle und rationelle Arbeitsweise.

In der Zentrale beschäftigt der Verein drei Angestellte. Geschäftsführer ist Hermann Dremel, in Kundenbetreuung, Verwaltung und Produktion arbeiten Annemarie Kallweit und Martina Arens.

Wir sind Zivildienststelle für anerkannte Kriegsdienstverweigerer, die in der Medienproduktion, im Versand, aber auch bei der Hörerberatung und im Aufnahmestudio eingesetzt sind. Derzeit sind Constantin Lücke und Michael Förstmann unsere "Zivis".

Aus der Statistik

Ein paar Zahlen sollen Aufschluss geben über den Umfang unserer Arbeit:

Anfang 2010 hat die atz - einem gemeinsamen Beschluss von Hörbüchereien und Selbsthilfe folgend - die Auslieferung von Cassetten eingestellt. Unter den eigenen Hörern war der Anteil der Daisy-CD-Bezieher zuvor auf etwa 90 Prozent gewachsen. Viele der bisherigen Cassettenhörer können offenbar auch die CD benutzen und haben ihr Abonnement nicht abbestellt.

Zum Jahresbeginn (Februar) 2010 liefern wir 8081 Abonnements (gegenüber 9335), also 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Diese Abonnements gehen an 4860 Hörer/innen (Vorjahr 5912, minus 17,8 Prozent). Der Rückgang ist Folge der Umstellung auf das digitale Daisy-Format. Im Zuge dieser Entwicklung wurden einige Hörzeitungen eingestellt. Zahlreiche Hörer gehen auch deshalb verloren, weil zwei größere Auftraggeber aus dem Kreis der Selbsthilfeverbände zahlreiche bisherige Cassetten-Abonnements abbestellt haben, anstatt ihnen die CD-Ausgabe automatisch zuzusenden.

Insgesamt stieg 2009 die Zahl der CDs von ca. 64.700 auf 84.030 (hier gezählt: Abonnements und Infopool), während die der ausgelieferten Cassetten von etwa 83.000 auf 48.700 sank.

Leider ist die Nachfrage nach Abonnements insgesamt in den vergangenen Jahren immer weiter zurück gegangen. Mögliche Gründe: Im Wettbewerb um die Zeit, die jedem Menschen zur Mediennutzung zur Verfügung steht - vom Fernsehen bis zum Internet - ist die Ausführlichkeit der Hörzeitungen manchen eher eine Last. Auch Aktualität und Kosten - etwa im Vergleich zum Internet - spielen sicher eine Rolle, vielleicht auch die Sprech- und Tonqualität einiger Hörzeitungen.

Beiträge und Spenden

Die Finanzierung unserer Vereinsarbeit erfolgt fast ausschließlich durch die Beiträge unserer Hörer und Vertragspartner. Mit jedem neuen Abonnement, das Sie bei uns bestellen, mit jedem neuen Kopier-Auftrag einer Organisation, die Blinde akustisch informieren will, wird unsere Arbeit ein Stück mehr für die Zukunft gesichert.

Im Hinblick auf die Zukunft unseres Vereins gibt die finanzielle Entwicklung Anlass zu Sorgen. Wir wünschen uns solidarische Unterstützung von den Selbsthilfe-Verbänden der Blinden und Sehbhinderten (als deren unabhängiger Teil wir uns verstehen); wir können mit staatlich subventionierten Organisationen oder mit Wohlfahrtseinrichtungen, die (fast) kostenlos oder Hörzeitungen anbieten, obwohl ihre Aufgaben eigentlich andere sind, natürlich nicht konkurrieren; unsere Preise müssen die Kosten decken - und sie sind so kalkuliert, dass wir auch weiterhin sehr kleine, für sich unrentable Hörzeitungsprojekte möglich machen. Denn nur dadurch ist eine vergleichbare Informationsversorgung auch abseits der Metropolen möglich.

Natürlich sind wir auch für die Unterstützung durch private Spender dankbar; als gemeinnütziger Verein sind wir zur Ausstellung steuermindernder Spenden- Bescheinigungen berechtigt. Ein schneller Weg, uns kleine Spenden zukommen zu lassen, ist die "Spendenbox" auf der Startseite unseres Internetangebotes, die wir in Kooperation mit der Sozialbank eingerichtet haben.

Beratung und Dienstleistung für Dritte

Wir haben mehr als ein Drittel Jahrhundert Erfahrung mit der Herausgabe von Hörmedien für Blinde. Diesen Erfahrungsschatz machen wir gerne auch anderen zugänglich. So beraten wir Blindenvereine oder andere Einrichtungen, wenn es darum geht, Informationen hörgerecht aufzubereiten.

Wir können Seminare für Redaktionsmitglieder und Sprecher vermitteln. Und wir leisten natürlich auch praktische Hilfe. Zum Beispiel haben wir mehrfach Informationsbroschüren der Bundesregierung in akustische Form gebracht. Zu unseren Dienstleistungen für die Redaktionen von Blindenzeitungen gehören auch unser
blinden-pressedienst sowie die bundesweite anbieterübergreifende Hörzeitungsauskunft.

Quelle: atz - Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde
www.blindenzeitung.de