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Hörmedien
für Sehbehinderte
und Blinde

Wir stellen uns vor

Das Leitbild unserer Arbeit

Wir erschließen blinden und stark sehbehinderten Menschen Informationen, indem wir sie in hörbarer Sprache zugänglich machen. Wir geben lokale Blindenzeitungen sowie Zeitschriften und Hörbroschüren heraus, die der Information und Unterhaltung dienen, und sind Dienstleister und Medienberater für alle Informationsanbieter, die sich an Blinde und Sehbehinderte wenden. Im Bewusstsein unserer Wurzeln in der evangelisch-lutherischen Kirche verstehen wir uns als weltanschaulich und politisch neutrale Einrichtung in humanitärer Verantwortung.

Als Einrichtung der Selbsthilfe wirken wir mit unserer Arbeit der durch die Blindheit bedingten gesellschaftlichen Isolation entgegen, indem wir ihnen den Zugang zu selbständig nutzbaren Medien ermöglichen. An diesem Ziel orientiert sich sowohl die Gestaltung unseres Medienangebotes als auch die Kommunikation mit den Nutzern.

Das vertrauensvolle und gleichberechtigte Miteinander von blinden und sehbehinderten mit sehenden Menschen prägt unsere inhaltliche Arbeit bei der Mediengestaltung ebenso wie die Entscheidungsprozesse im Verein.

Freiwillig-ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor allem bei der Zusammenstellung und Gestaltung der Hörmedien prägender Bestandteil unserer Arbeit. Weitgehende Gestaltungsfreiheit in journalistischer Verantwortung gegenüber den Nutzern sowie organisierte Mitwirkungsmöglichkeiten innerhalb des Vereins bilden ihren Arbeitsrahmen.

Die Anfänge 1972

Im Jahr 1972 gründete der Holzmindener Blindenvereins-Vorsitzende Hans-Dieter Seiler eine akustische Lokalzeitung. Jetzt mussten ihm nicht mehr seine Familienangehörigen aus der Zeitung vorlesen. Das machten für ihn und ein Dutzend anderer Blinder jetzt die  Mitglieder einer evangelischen Jugendgruppe. Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Holzminden übernahm zunächst die Trägerschaft.

400 Ehrenamtliche

Binnen weniger Jahre erstreckte sich unsere Arbeit über den Raum Holzminden hinaus; der Kirchenkreis beschränkt sein Engagement seitdem auf die lokale Hörzeitung im Raum Holzminden. Die atz machte sich 1976 als Verein selbstständig.

Heute ist aus den kleinen Anfängen eine Organisation geworden, für die etwa 400 Menschen ehrenamtlich arbeiten - als Redakteure, Sprecherinnen, Tontechniker. Die meisten von ihnen sind Laien. Die atz bietet ihnen in Kursen und Konferenzen Gelegenheit, ihr "Handwerk" zu erlernen. In den Redaktionen arbeiten Schülerinnen und Pensionäre, Hausfrauen und Angestellte mit und geben jeder Höreitung eine eigene Gestalt. Anregungen aus dem Hörerkreis sind gefragt und werden gerne beachtet.

Von der Zeitung zum Hörmagazin

Grundlage für die Gestaltung der örtlichen Blindenzeitung ist der Lokalteil der Tagespresse. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am jeweiligen Erscheinungsort wohnen, suchen aus der Zeitung jede Woche die wichtigsten Artikel aus, stellen sie zu einem ansprechenden Programm zusammen und lesen sie auf.

Auch die überregionalen Zeitschriften entstehen auf diese Weise: Gedruckte Texte aus verschiedenen Quellen werden - mit Genehmigung der Verlage - ausgewählt und für Blinde auf Tonträger gelesen.

Grundlagen der Vereinsarbeit

atz Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde e.V. ist eine Einrichtung der Blindenselbsthilfe. Vereinsziel: Die Blindeninformation mit akustischen Medien. Dieses Ziel verfolgt sie unabhängig von Parteiprogrammen und Konfessionen. Sie als gemeinnütziger Verein anerkannt und Mitglied im Deutschen Blinden- und Sebehindertenverband, im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und in der Mediengemeinschaft für Blinde und Sehbehinderte (Medibus).

Vorstand und Mitgliedschaft

Im April 2008 erlebte die atz einen Einschnitt in Ihrer Geschichte: Nach 32 Jahren kandidierte der Gründungsvorsitzende Hans-Dieter Seiler nicht wieder für ein Vorstandsamt. Er wurde mit dem Titel eines Ehrenvorsitzenden ausgezeichnet.

Im Vorstand der atz arbeiten überwiegend Blinde als ehrenamtliche Verantwortliche. Vorsitzender ist Dr. Detlef Friedebold (Berlin), sein Stellvertreter Jörg Tomzig, Mönchengladbach. Beide vertreten die Aktion rechtlich. Beisitzer sind Dr. Frohmut Friedebold (Berlin), Lilo Mink (Kassel) und Rita Schroll, Marburg, weiteres Vorstandsmitglied.

Um Hörer/in zu werden, muss man nicht Mitglied der Aktion sein. Fördernde Mitglieder zahlen einen Beitrag von mindestens EUR 30 im Jahr und bekommen dafür genauere Informationen über die Vereinsarbeit; sie haben aber kein Stimmrecht. Als ordentliches Mitglied wird auf Antrag aufgenommen, wer einen besonders engen Bezug zu unserer Arbeit hat, etwa durch praktische Mitarbeit.

Die Redaktionenkonferenz

Die Redaktionsgruppen aus freiwilligen (ehrenamtlichen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laden wir alle zwei Jahre zu einem Seminar- und Erfahrungsaustausch-Wochenende ein. Dabei wählen sie sich auch einen Sprecher bzw. eine Sprecherin, die an den Vorstandssitzungen teilnehmen und so die Interessen der Redaktionen vertreten. Die derzeitige Redaktionensprecherinist Christel Salamon (Göttingen), ihre Stellvertreterin Birgit Riester (Kassel).

Die Pressezentrale

Alle von den verschiedenen Redaktionen produzierten Hörzeitungen werden in der Holzmindener Pressezentrale der atz vervielfältigt. Jede Woche verlassen mehrere Tausend CDs unser Kopierstudio. Von hier aus erfolgt auch der Versand. Zwei leistungsfähige Kopiertürme mit bis zu 15 CD-Brennern und ein moderner Roboter zum Kopieren und Bedrucken von CDs, selbst entwickelte Computerprogramme für die Gestaltung oder Kopiervorbereitung von Daisy-Medien sowie zur Versandvorbereitung sowie das nötige Personal gewährleisten eine schnelle und rationelle Arbeitsweise.

In der Zentrale beschäftigt der Verein drei Angestellte. Geschäftsführer ist Hermann Dremel, in Kundenbetreuung, Verwaltung und Produktion arbeiten Annemarie Kallweit und Martina Arens.

Nach der Abschaffung des Zivildienstes bieten wir eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst an. Unsere erste "Bufdi" ist seit dem 1. September 2011 Melanie Manske.

Aus der Statistik

Ein paar Zahlen sollen Aufschluss geben über den Umfang unserer Arbeit:

Zum Jahresbeginn 2011 liefern wir 7222 Abonnements (gegenüber 8081), also 10,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Diese Abonnements gehen an 4562 Hörer/innen (Vorjahr 4860, minus 6,2 Prozent). Der Rückgang geht zu einem Großteil auf die Einstellung von Zeitschriften und die Abmeldung von Cassettenabonnements durch die genannten Heraus-geber zurück, entspricht aber - vor allem bei den Lokalzeitungen - auch dem allgemeinem Trend. Offenbar haben Hörmedien im Umfeld der allgemeinen Medienentwicklung keinen leichten Stand.

2010 wurden insgesamt 115401 Daisy-Zeitschriften im Abonnement (incl. Infopool) ausgeliefert). Im Vorjahr betrug die Zahl ausgelieferter Tonträger (CD und Cassetten) noch 132.690, wobei einige Hörzeitungen mehrere Cassetten erfordert hatten. Weiter wurden etwa 3550 Tonträger mit Hörproben und Sonderaufträgen - Vorjahr 3990 - versandt.

Die genannten Auslieferungszahlen der Abonnements enthalten 2010 erstmals auch Liefe-rungen zum Download (1897 Stück). Im Herbst war dieses neue Angebot nach intensiven Tests im Hörerkreis zunächst bei einigen Zeitschriften angeboten worden und fand guten Zuspruch. Interessierte Hörer erhalten statt einer CD eine E-Mail mit einem für einen ein-zelnen Download der Hörzeitung gültigen Link, wodurch nur registrierte Abonnenten Zugang zu diesem Vertriebsweg erhalten. Bis zum Jahresende wurde diese Möglichkeit auf alle vereineigenen Zeitschriften und die meisten Kopieraufträge erweitert. Anfang 2011 beträgt der Anteil der Download-Abonnements bereits über drei Prozent, wobei die Zahlen bei einzelnen Zeitschriften zehn Prozent überschreiten.

Beiträge und Spenden

Die Finanzierung unserer Vereinsarbeit erfolgt fast ausschließlich durch die Beiträge unserer Hörer und Vertragspartner. Mit jedem neuen Abonnement, das Sie bei uns bestellen, mit jedem neuen Kopier-Auftrag einer Organisation, die Blinde akustisch informieren will, wird unsere Arbeit ein Stück mehr für die Zukunft gesichert.

Im Hinblick auf die Zukunft unseres Vereins gibt die finanzielle Entwicklung Anlass zu Sorgen. Wir wünschen uns solidarische Unterstützung von den Selbsthilfe-Verbänden der Blinden und Sehbhinderten (als deren unabhängiger Teil wir uns verstehen); wir können mit staatlich subventionierten Organisationen oder mit Wohlfahrtseinrichtungen, die (fast) kostenlos oder Hörzeitungen anbieten, obwohl ihre Aufgaben eigentlich andere sind, natürlich nicht konkurrieren; unsere Preise müssen die Kosten decken - und sie sind so kalkuliert, dass wir auch weiterhin sehr kleine, für sich unrentable Hörzeitungsprojekte möglich machen. Denn nur dadurch ist eine vergleichbare Informationsversorgung auch abseits der Metropolen möglich: Die lokale Information bleibt uns ein wichtiges Anliegen.

Natürlich sind wir auch für die Unterstützung durch private Spender dankbar; als gemeinnütziger Verein sind wir zur Ausstellung steuermindernder Spenden- Bescheinigungen berechtigt. Ein schneller Weg, uns kleine Spenden zukommen zu lassen, ist die "Spendenbox" auf der Startseite unseres Internetangebotes, die wir in Kooperation mit der Sozialbank eingerichtet haben.

Beratung und Dienstleistung für Dritte

Wir haben mehr als ein Drittel Jahrhundert Erfahrung mit der Herausgabe von Hörmedien für Blinde. Diesen Erfahrungsschatz machen wir gerne auch anderen zugänglich. So beraten wir Blindenvereine oder andere Einrichtungen, wenn es darum geht, Informationen hörgerecht aufzubereiten.

Wir können Seminare für Redaktionsmitglieder und Sprecher vermitteln. Und wir leisten natürlich auch praktische Hilfe. Zum Beispiel haben wir mehrfach Informationsbroschüren öffentlcher Auftraggeber in akustische Form gebracht. Zu unseren Dienstleistungen für die Redaktionen von Blindenzeitungen gehören auch unser
blinden-pressedienst sowie die bundesweite anbieterübergreifende Hörzeitungsauskunft.

Quelle: atz - Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde
www.blindenzeitung.de